Manfred Fregin - zum Thema "Verlagerung der Sportplätze"
"Es steht zu befürchten, dass die Unvernunft siegt".
Die Machbarkeitsstudie der Stadtverwaltung Voerde zur Verlagerung der Friedrichsfelder Sportplätze auf das ehemalige Babcock-Gelände spaltet Voerde in Befürworter und Gegner des Projektes.
Eines ist allen klar, es wird nicht ohne finanziellen Fehlbetrag gehen, nur die Höhe ist strittig. Die Befürworter argumentieren mit einem Verlust von rund 89.000 Euro und halten dies für akzeptabel. Die Gegner des Projektes haben dagegen einen Fehlbetrag von bis zu einer Millionen Euro errechnet, je nachdem ob ein Spielfeld in Kunstrasen-Qualität gebaut wird.
Verwundert mag der Beobachter der Diskussion schon sein. Diejenigen, die in der Vergangenheit immer mit Blick auf den hohen Schuldenstand und den Nothaushalt Voerdes alles totredeten, scheinen eine Geldquelle aufgetan zu haben. 60 Millionen Euro Schulden hat die Bezirksregierung für Voerde errechnet und dabei ist der erkannte, aber von der Stadtverwaltung Voerdes bislang nicht bezifferte Investitionsstau an öffentlichen Gebäuden nicht eingerechnet: Brandlasten und eine katastrophale energetische Bilanz lassen die Renovierungskosten am Gymnasiums Voerde auf jetzt über 7 Millionen Euro ansteigen.
Das Gymnasium Voerde ist kein Einzelfall. Der Verwaltung ist bekannt, dass Gesamt- und Realschule zumindest dringend neue Fenster und eine Fasssadensanierung benötigen. Man kann davon ausgehen, dass auch hier teure Brandlastensanierungen anstehen.
Beim Rathaus und den Grundschulgebäuden sieht die Sache nicht besser aus. Angesichts dieses nicht zu übersehenden Investitionsstaus steht zu befürchten, dass die Unvernunft siegt und sich die Befürworter des Projektes einer Verlagerung der Sportplätze in Friedrichsfeld durchsetzen.
Verwundert reibt man sich die Augen, wenn dann ein Ratsmitglied die Verwaltung fragt, ob 2000 Euro als Mitgliedsbeitrag und freiwillige Ausgabe mit dem Nothaushalt der Stadt Voerde vereinbar sind.
Ihr
Manfred Fregin